Künstliche Intelligenz oder ein Mensch?

Oliver 2.0 oder (K)ein Fehler im Programm

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OLIVER 2.0 – EINE VERWECHSLUNGSKOMÖDIE

Richtig oder falsch? Künstlich oder echt? Der Ex-Freund oder eine künstliche Intelligenz? Echte Gefühle oder einfach nur ein Fehler im Programm? Die Auflösung gibt’s im Steudltenn in Uderns im Zillertal.

Fragen über Fragen stellt Autor Folke Braband mit dem Einakter „Oliver 2.0“ – im Rahmen des diesjährigen Kulturfestivals Steudltenn in Uderns zu sehen. Unmittelbar nach einem heftigen Streit und dem Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung taucht Oliver bei seiner Ex-Freundin wieder auf. „Oliver 2.0. Hallo. Guten Tag“, stammelt er in dem Vier-Personen-Stück mehrmals hintereinander mit starrem Blick vor sich hin und bringt den attraktiven Neo-Single Emma in Verlegenheit und treibt sie mehr und mehr zur Weißglut.

Echt oder künstlich?

Eine Maschine oder doch aus Fleisch und Blut? Emma kennt sich nicht mehr aus. Bild: Apollomedia, Tirol-Werbung

Heilloses Gefühlsfiasko durch Oliver 2.0

Erst als er sie von seinen Vorzügen in Sachen Hausarbeit – und nicht nur dabei, Zitat: „Oliver 2.0 weiß, was Frauen wünschen. Er ist allzeit bereit und lässt Frauenherzen höher schlagen“ – überzeugen kann und er in der Küche verschwindet, kann sich Emma langsam beruhigen. Wie ist der Pistole geschossen, spricht der Roboter Emma gegenüber von mehr als 500 Rezepten, die er ohne Problem kochen könne. „Schauen wir mal, was ich gefunden habe. Ah ja. Bœuf Stroganoff zählt zu den Klassikern der Rezepte und wurde 1891 bei einem Kochwettbewerb von Küchenchef Charles Brière erstmals vorgestellt“. Einge Zeit hört sie ihm und den Geschichten über das legendäre Gericht zu und denkt, dass erst mal Ruhe in der Wohnnung eingekehrt sei. Doch kaum scheint ein Problem erledigt, kündigt sich mit Papa Leo schon das nächste Unheil an. Dieser hat sich zu einer Geschlechtsumwandlung entschlossen und steht im kurzen Röckchen vor ihr. Als Papa Lärm aus der Küche vernimmt und – von Emma widerwillig in die merkwürdige Situation eingeweiht – völlig untypische Charaktere wie Zuneigung und Liebe an Oliver (ist es nun der richtige oder echte, der falsche oder der künstliche?) entdeckt, schiebt Emma die Verwirrung auf die Medikamente für die Hormontherapie der künftigen Lea.

Irrungen und Wirrungen

Oliver 2.0 ist eine Komödie um Irrungen und Wirrungen sowie ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Alle Bilder: Apollomedia, Tirol-Werbung

Heiße Liebesnacht mit dem Roboter Oliver 2.0

Als wenig später auch noch Techniker Chris von der Agentur Partnerbook.com auf der Suche nach Oliver 2.0 (der künstlichen Intelligenz) auftaucht, aber – da ebenso geistig umnachtet – aus Versehen den echten Oliver zur Reparatur ins Werk mitnimmt, und Emma die aufregendste Liebesnacht ihres Lebens mit dem „geilen Teil“ (Oliver 2.0) verbringt, ist die Verwirrung komplett. In weiterer Folge verguckt sich Papa – der später zu Papa 2.0 wird – in den mutierten Oliver. Am Ende finden die beiden (diesmal wird aus Emma eine Emma 2.0) wieder zusammen. Es ist eine Komödie um Irrungen und Wirrungen.

Autor Folke Braband hält uns mit dem Stück einen Spiegel vor und stellt die Frage, in wie weit wir uns heute von Robotern (also künstlichen Intelligenzen) abhängig gemacht haben. Und auch, ob wir unser Leben noch selbst im Griff haben oder Dinge wie Internet und Smartphones mittlerweile unser Dasein bestimmen.

Besetzung

In der Aufführung von Uderns spielen unter der Regie von Hakon Hirzenberger und auf Gerhard Kainzners puristisch gestalteter Bühne Stefano Bernardin, Maddalena Hirschal, Eduard Wildner und Sven Sorring.